Das letzte Januarwochenende habe ich ganz unerwartet im Norden verbracht. Am frühen Freitagmorgen – und ich meine richtig früh, es war nach ein Uhr – ich war gerade am einschlafen, klingelte mein Handy und ich wurde gefragt, ob ich denn nicht Lust hatte am nächsten Morgen um neun an einem Wochenendausflug in den Norden teilzunehmen. Natürlich habe ich ja gesagt, auch wenn das hieß, dass ich noch einmal aufstehen musste, um ein kleines Paper fertig zu schreiben, das ich bis Freitag abzugeben hatte.
Am Morgen ging es dann recht pünktlich los. Zuerst sind Sean, Jessica, Erin, Cindy und ich nach Caesarea, bei wunderbarem, warmen Wetter mit viel Sonnenschein, dort haben wir durch den starken Wind beeindruckende Wellen brechen sehen können. Als nächsten Stop auf der „Wir machen den ganzen Norden in zwei Tagen Tour“ stand Nazareth. Dort haben wir uns die Verkündigungskirche und ein bisschen den Bazar angesehen, weiter ging es nach Zippori ,dass allerdings, da wir uns dem Shabbatbeginn näherten schon geschlossen hatte. Also, schnell auf zum nächsten Stop – Berg Tavor zum Sonnenuntergang.
Dort haben sich Sean und Cindy dann mit wild herumlaufenden Kühen angefreundet und Sean sogar eine ganze Porträtsession mit einer von ihnen geschossen – wems gefällt. Der letzte Stop des Tages und gleichzeitig auch unser Nachtlager war Tiberias. Ein kleines nettes Hostel für 10€ die Nacht, plus ein Fernseher mit deutschen Programmen, 3Sat und RTL. Auch wenn man monatelang kein Fernsehen zur Verfügung hat, macht das die Soaps auf RTL nicht besser, also doch zurück zum israelischen MTV-Klon. Zum Abendessen sind wir dann an die Promenade am See Genesareth und haben dort beim Libanesen diniert.
Am nächsten Morgen ging es weiter zur Kirche auf dem Berg der Seligpreisung und nach Tabgha zur Kirche der Brotvermehrung. Oder wie sie auf der Karte der zionistischen MASA genannt wird, zur „Bread and Fish Church“. Danach ging es weiter bis in den Hohen Norden Israels, in den Golan, bis fast an die syrische Grenze und den Berg Hermon – Israels höchsten Berg und einzigem Skigebiet. Dort haben wir in dem Drusenörtchen Majdal Shams zu Mittag gegessen, das beste einheimische Essen hier seit langem. Danach ging es über die antike Ruinenstätte Banjas, die auch gleichzeitig einer der drei Quellflüsse des Jordan ist und die Ruine Nimrod – die allerdings schon geschlossen hatte, als wir hinwollten – zurück nach Akko zum Abendessen. Inzwischen hatte es angefangen bitterlich zu regnen, auch das eine oder andere Gewitter war mit darunter, weswegen konnten wir uns in Akko leider nicht direkt an den Kai des netten arabischen Lokals, dass ich mit meinem Eltern im Oktober entdeckt habe, setzen konnten. Wir mussten uns wegen der starken Brandung nach drinnen zurückziehen. Dort gab es dann erst einmal Tee und eine Shisha, danach eine warme Mahlzeit. Abgerundet wurde der Abend nochmals durch Tee und Shisha, bevor wir uns gegen neun auf den Rückweg nach Jerusalem und auf zur letzten Vorlesungswoche machten.
Verfasst von: janniadfontes | 3 März 2009
Wochenendausflug in den Norden
Veröffentlicht in Ausflüge & Reisen