Am Tag nach Dimitris Abreise ging es dann auch für mich für eine Woche ins Ausland. Kati, Diana, Maria – zwei polnische Freundinnen von uns – und ich sind für eine Woche auf die Halbinsel Sinai gefahren.
Los ging es am Mittwochmorgen um sieben vom Busbahnhof in Jerusalem, an unserem Quartier in Nuweiba sind wir später am Tag gegen drei angekommen. Nach einem verspäteten Mittagessen in der ruhigen bis fast toten Innenstadt von Nuweiba haben wir die Tauchschule angesehen, in der Kati und ich einen Tauchschein machen wollten, der am nächsten Tag begann. Der Konjunktiv steht da gewollt, denn ich habe nur angefangen, den Tauchschein aber nicht zu Ende gemacht. Es hat sich herausgestellt, dass Tauchen nicht wirklich das Richtige für mich war, auch wenn es am Anfang viel Spaß gemacht hat.
Nach der ersten Nacht haben wir erst mal die Unterkunft gewechselt, da die Matratzen mehr als nur durchgelegen waren und wir nach mehrmaligen Nachfragen und einiger Zeit immer noch kein fließendes Wasser am nächsten Morgen hatten. Also sind wir von unserer 10 € Absteige mit Frühstück in ein benachbartes Hotel umgezogen, drei Sterne und all inclusive für 18 €. Von dort sind Maria und ich, nachdem Diana am Samstag abgereist ist und Kati noch mit ihrem Tauchkurs beschäftigt war, am Samstag für einen Tag nach Dahab gefahren. Dort haben wir eine ruhigen Tag am Strand mit Tee, Bier und Wasserpfeifen verbracht. Auf dem Weg zurück nach Nuweiba hat Kati angerufen und gefragt, wie es uns denn gefallen hätte, da wir wahrscheinlich nach Dahab umziehen müssten, wenn sie ihren Advanced Tauchschein machen möchte. Gesagt, getan, am nächsten Morgen haben wir uns dann zu unserer dritten Unterkunft aufgemacht, nach Dahab. Die nächsten zwei Tage wurde dann mehr oder weniger relaxt.
Am Dienstag, unserem vorletzten Tag haben Maria und ich nochmals einen Tagesausflug gemacht, diesmal ans Katharinenkloster in die Mitte der Wüste. Los ging es um acht am Morgen und nach einer gut zweistündigen Autofahrt haben wir das Kloster erreicht. Nachdem wir uns das Kloster mit seiner Kirche, dem kleinen Ikonenmuseum und natürlich dem „brennenden Dornbusch“ angeschaut hatten, haben wir mit dem Aufstieg auf den Berg Sinai begonnen. Nach einigen hundert Metern haben wir auf dem Gipfel des Berges vor uns eine kleine Kapelle gesehen und ich dachte mir, dass kann doch keine zweieinhalb Stunden dauern, bis wir diesen Gipfel erreichen. Es stellte sich dann aber heraus, als ich kurz vor dem richtigen Gipfel war, dass die Kapelle auf dem Nachbarberg stand und nur ungefähr die Hälfte des zu bewzingenden Höhenunterschiedes ausmachte. Wir haben also ohne weiteres die zweieinhalb Stunden gebraucht. Auf 2285 m am Gipfel angekommen, haben Maria und ich dann noch eine gute Stunde gewartet, bis zum Sonnenuntergang – dabei wurde es auch richtig kalt. Trotzdem war der Sonnenuntergang den Aufstieg und das Frieren wert. Auf dem Abstieg, der zum größten Teil im Stockdunkeln bewältigt werden musste, habe ich den phantastischsten Sternenhimmel bisher gesehen, so so viele viele Sterne… 13 Stunden nach dem wir Dahab am Morgen verlassen hatten, waren wir zurück und auch recht fertig mit der Welt. Den Abend und auch leider die Woche Urlaub haben wir dann noch mit einem gemeinsamen Abendessen ausklingen lassen.
Am nächsten Morgen ging es dann mit Taxi und Bus, sowie abgesehen von einer nervtötenden Sicherheitsüberprüfung auf der israelischen Seite der Grenze, ohne weitere Probleme zurück nach Jerusalem und zu den Hausarbeiten für die Uni, die dort auf uns warteten.
Verfasst von: janniadfontes | 3 März 2009
Eine Woche im Sinai
Veröffentlicht in Ausflüge & Reisen